Essen-Makler-Gottschling-Immobilien
Ratgeber Immobilienkauf

Tipps zum Immobilienkauf: die komplette Anleitung für Essen

Die meisten Kauf-Ratgeber sind deutschlandweit und blass. Diese Anleitung ist für Essen geschrieben: mit Zechenhäusern, feuchten Ruhrgebietskellern, Bergschadensverzicht und der Preisgrenze an der A40.

10 Schrittevom Budget bis zur Schlüsselübergabe
11 Punkteauf der Besichtigungs-Checkliste
6,5 %Grunderwerbsteuer in NRW
Ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen ist die größte Entscheidung im Leben vieler Menschen. In Essen kommt eine Besonderheit dazu: Die Stadt ist kein einheitlicher Markt. Die A40 trennt zwei Welten. Dazu kommen alte Zechenhäuser, feuchte Ruhrgebietskeller und Grundbücher voller Bergbau-Geschichte. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch den Kauf – ehrlich, konkret und mit Beispielen aus Essener Straßen.

Worauf Sie beim Immobilienkauf grundsätzlich achten müssen

Es gibt drei Dinge, die über Erfolg oder Ärger entscheiden: die Lage, der bauliche Zustand und Ihre Finanzierung. Alles andere ist Zubehör.

Die Lage können Sie nie ändern. Ein Altbau in Rüttenscheid mit Stuck und Parkett kostet als Wohnung rund 3.200 bis 3.980 €/m². Das sind Angebotspreise vom Stand 08/2026, also die Wunschpreise der Verkäufer. Eine ähnlich große Wohnung in Altenessen-Nord liegt bei rund 2.300 €/m².

Das sind je nach Objekt 40 bis 70 Prozent Aufschlag für dieselbe Quadratmeterzahl. Beides kann richtig sein. Sie müssen nur wissen, wofür Sie zahlen.

Den Zustand können Sie ändern – aber es kostet Geld. Und Ihre Finanzierung müssen Sie klären, bevor Sie sich verlieben. Wer erst schaut und dann rechnet, verliert Zeit und Nerven.

Die Essener Faustregel: erst der Stadtteil, dann das Haus

Fahren Sie den Stadtteil ab, bevor Sie ein Objekt besichtigen. Morgens um acht und abends um sieben. Ein Reihenhaus in Borbeck wirkt sonntags ruhig. Montags um 7:30 Uhr sieht die Straße anders aus. Diese zwei Fahrten kosten Sie zwei Stunden und ersparen Ihnen manchmal 20 Jahre Reue.

Der Ablauf Schritt für Schritt

So läuft ein Kauf in Essen normalerweise ab. Rechnen Sie insgesamt mit vier bis neun Monaten – vom ersten Gedanken bis zum Schlüssel.

Budget ehrlich klären

Sie rechnen aus, was Sie monatlich zahlen können und was Sie an Eigenkapital haben. Dauer: ein Wochenende. Typischer Fehler: die Nebenkosten vergessen. In NRW sind das rund 12 % obendrauf. Bei 350.000 € sind das etwa 42.000 € extra, die keine Bank finanziert.

Finanzierungszusage holen

Sie sprechen mit zwei oder drei Banken und holen eine schriftliche Bestätigung über Ihre mögliche Summe. Dauer: ein bis drei Wochen. Typischer Fehler: ohne Zusage besichtigen. Bei einem gefragten Reihenhaus in Borbeck stehen erfahrungsgemäß manchmal 30 Interessenten an. Wer die Zusage schon hat, wird zuerst genommen.

Suchprofil festlegen

Sie schreiben auf: Stadtteile, Größe, Preisgrenze, was Muss ist und was Wunsch. Dauer: ein Abend. Typischer Fehler: zu viele Muss-Punkte. Wer in Werden ein Haus mit ebenem Garten sucht, sucht lange. Werden liegt am Hang, und der Hang gehört dazu.

Objekte finden und Unterlagen anfordern

Sie melden sich auf Angebote und fordern vor der Besichtigung Grundriss, Energieausweis und Grundbuchauszug an. Dauer: läuft über Wochen bis Monate. Typischer Fehler: hinfahren, ohne etwas gelesen zu haben. Der Energieausweis muss Ihnen spätestens bei der Besichtigung vorliegen. Das ist Pflicht.

Besichtigen – mindestens zweimal

Sie gehen einmal zum Kennenlernen hin und einmal zum Prüfen. Dauer: je 45 bis 90 Minuten. Typischer Fehler: nur bei Sonnenschein kommen. Ein Keller in einem Altendorfer Haus von 1928 riecht bei Trockenheit neutral. Nach drei Regentagen riecht er ehrlich.

Preis prüfen und verhandeln

Sie vergleichen den Preis mit echten Werten aus dem Stadtteil und machen ein begründetes Angebot. Dauer: wenige Tage. Typischer Fehler: pauschal 10 % fordern. Das wirkt selten. Was wirkt, sind Zahlen: ein Dachdecker-Angebot über beispielsweise 28.000 € ist ein Argument, ein Bauchgefühl nicht.

Finanzierung final festzurren

Die Bank prüft das konkrete Objekt und macht ein verbindliches Darlehensangebot. Dauer: ein bis drei Wochen. Typischer Fehler: Förderanträge vergessen. KfW-Programme müssen vor dem Notartermin beantragt sein. Danach ist der Zug abgefahren.

Kaufvertragsentwurf lesen

Der Notar schickt Ihnen den Entwurf. Verkauft Ihnen eine Firma, etwa ein Bauträger, muss der Entwurf zwei Wochen vor dem Termin bei Ihnen sein. Bei einem privaten Verkäufer gilt diese Frist nicht. Bestehen Sie trotzdem auf zwei Wochen. Dauer: diese zwei Wochen. Typischer Fehler: den Entwurf erst am Vorabend öffnen. Schreiben Sie jede Frage auf, denn dumme Fragen gibt es beim Notar nicht.

Notartermin und Auflassungsvormerkung

Sie unterschreiben, danach kommt die Auflassungsvormerkung ins Grundbuch. Was das genau ist, lesen Sie weiter unten. Dauer: 45 bis 90 Minuten Termin, dann zwei bis acht Wochen Behördenzeit. Typischer Fehler: vorher schon Möbel bestellen. Der Kaufpreis wird erst fällig, wenn der Notar Sie schriftlich dazu auffordert.

Zahlen, umschreiben, Schlüssel holen

Sie überweisen, zahlen die Grunderwerbsteuer, dann werden Sie als Eigentümer eingetragen. Dauer: sechs Wochen bis vier Monate. Typischer Fehler: die Übergabe nicht protokollieren. Schreiben Sie Zählerstände und Schlüsselanzahl auf und lassen Sie beide unterschreiben.

Eigenkapital: Wie viel müssen Sie selbst mitbringen?

Rechnen Sie mit mindestens 20 % des Kaufpreises aus eigener Tasche, dazu die kompletten Nebenkosten. Wer auf 25 bis 30 % kommt, verhandelt deutlich besser. Der Bauzins liegt bei zehn Jahren Zinsbindung aktuell bei rund 3,7 % effektiv. Tilgen sollten Sie mit mindestens 2 %, besser 2 bis 3 %.

Ein Rechenbeispiel für ein Reihenhaus in Frohnhausen für 320.000 €: Sie brauchen rund 64.000 € Eigenkapital plus rund 38.600 € Nebenkosten. Zusammen etwa 103.000 €. Das ist viel. Aber es ist die ehrliche Zahl.

Die Geschichte beruhigt: 2016 lag der Zins bei rund 0,9 %. Anfang der 2000er waren über 4 bis 5 % üblich. Gemessen daran sind 3,7 % kein Ausreißer.

Kaufnebenkosten in NRW: die teure Wahrheit

NRW hat mit 6,5 % einen der höchsten Grunderwerbsteuersätze in Deutschland. Einen Freibetrag für Erstkäufer gibt es hier 2026 nicht. Das trifft junge Familien in Essen genauso hart wie Kapitalanleger.

PostenSatzBei 350.000 €
Grunderwerbsteuer NRW6,5 %22.750 €
Notarrund 1,5 %rund 5.250 €
Grundbuchrund 0,5 %1.750 €
Maklerprovision, Käuferanteil3,57 %12.495 €
Summerund 12 %rund 42.000 €

Seit dem 23.12.2020 gilt: Kaufen Sie als Verbraucher eine Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus, zahlen Sie nie mehr Provision als der Verkäufer. Beauftragen beide Seiten den Makler, zahlen beide gleich viel. Ihre Rechnung wird außerdem erst fällig, wenn der Verkäufer seinen Anteil nachweislich gezahlt hat.

Bei Zwei- und Mehrfamilienhäusern, Grundstücken und Gewerbe gilt dieser Schutz nicht. Dort sind andere Aufteilungen möglich. Die Höhe der Provision ist immer Verhandlungssache. Ihre eigene Zahl finden Sie über den Kaufnebenkosten-Rechner.

Die Besichtigungs-Checkliste

Nehmen Sie eine Taschenlampe mit, eine Wasserwaage und ein altes Handy. Gehen Sie diese Punkte der Reihe nach durch.

  • Keller: An die Wand fassen. Salzränder, abplatzender Putz und Modergeruch sind Alarmzeichen. Viele Essener Häuser aus den 1920ern haben keine Horizontalsperre. Das ist eine Sperrschicht im Mauerwerk gegen aufsteigende Nässe. Feuchtigkeit ist dort eher Regel als Ausnahme.
  • Dach: Auf den Dachboden gehen. Tageslicht durch die Ziegel? Dunkle Flecken am Holz? Fragen Sie nach dem Jahr der letzten Neueindeckung.
  • Fenster: Öffnen und schließen. Beschlagen die Scheiben von innen zwischen den Gläsern? Dann ist die Dichtung hin.
  • Heizung: Typenschild fotografieren. Das Baujahr steht drauf. Eine Gastherme von 2004 ist ein Kostenpunkt, kein Detail.
  • Elektrik: Sicherungskasten öffnen. Alte Schraubsicherungen und fehlende FI-Schalter bedeuten oft eine komplette Neuinstallation.
  • Grundriss: Passen Ihre Möbel? Gibt es Durchgangszimmer? Zechenhäuser im Essener Norden haben oft schmale, tiefe Zuschnitte.
  • Lärm: Fenster öffnen und eine Minute schweigen. In Frohnhausen und Altendorf ist die A40 je nach Windrichtung deutlich zu hören.
  • Nachbarschaft: Klingeln Sie bei einem Nachbarn. Fragen Sie, wie lange er hier wohnt und was ihn stört. Die Antwort ist meistens ehrlich.
  • Handyempfang: In dicken Altbauwänden in Rüttenscheid bricht das Netz manchmal weg. Testen Sie es in jedem Raum.
  • Hanglage: In Werden und Heisingen liegen Häuser oft am Berg. Prüfen Sie Zufahrt, Stützmauern und die Frage, wie Sie im Winter hochkommen.
  • Zweiter Termin: Kommen Sie bei anderem Wetter und zu anderer Tageszeit wieder. Das ist der wichtigste Punkt der Liste.

Versteckte Mängel erkennen

Ein versteckter Mangel ist ein Schaden, den Sie beim Hinsehen nicht finden. Im Kaufvertrag steht fast immer, dass die Gewährleistung ausgeschlossen ist. Sie kaufen also, wie das Haus steht.

Der Ausschluss hat aber eine Grenze. Er hilft dem Verkäufer nicht, wenn er einen Mangel arglistig verschwiegen oder eine Eigenschaft ausdrücklich zugesichert hat. Fragen Sie deshalb schriftlich nach Feuchtigkeit, Schwamm und Schäden am Dach.

Lassen Sie die Antworten in den Kaufvertrag schreiben. Wenn Sie später einen verschwiegenen Mangel vermuten, klärt ein Fachanwalt für Bau- und Immobilienrecht, was Ihnen zusteht.

Achten Sie auf frische Farbe an einer einzelnen Kellerwand. Auf einen neuen Teppich im Souterrain. Auf einen Luftentfeuchter in der Ecke. Das sind keine Beweise, aber gute Gründe zum Nachfragen.

Bei Häusern über 40 Jahren lohnt ein Bausachverständiger. Er kostet erfahrungsgemäß 500 bis 1.000 €. Gegen eine Dachsanierung, die je nach Objekt 40.000 € kosten kann, ist das wenig Geld.

Der Notartermin – was da wirklich passiert

Der Notar liest den kompletten Vertrag laut vor. Das dauert 45 bis 90 Minuten und klingt trocken. Unterbrechen Sie ihn, sobald Sie etwas nicht verstehen. Genau dafür ist er da, und er ist neutral: Er gehört weder Ihnen noch dem Verkäufer.

Im Vertrag stehen die wichtigen Dinge: Kaufpreis, genaues Grundstück, Übergabetermin, Haftungsausschluss, mitverkauftes Inventar und die Regelung zur Grundschuld. Prüfen Sie besonders, ob alle mündlichen Zusagen wirklich drinstehen. Was nicht im Vertrag steht, gilt nicht.

Auflassungsvormerkung – ganz einfach erklärt

Stellen Sie sich das Grundbuch als Parkplatz vor. Die Auflassungsvormerkung ist ein Reservierungsschild auf Ihrem Platz. Das Haus gehört Ihnen noch nicht. Aber niemand anderes kann sich draufstellen.

Der Verkäufer kann nicht ein zweites Mal verkaufen und keine neuen Schulden auf die Immobilie legen. Erst wenn Sie gezahlt haben, wird aus dem Schild Ihr Name im Grundbuch.

Welche Unterlagen die Bank braucht

Von Ihnen: die letzten drei Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheide, eine Selbstauskunft, Kontoauszüge und den Nachweis über Ihr Eigenkapital. Bei Selbstständigen sind es zwei bis drei Jahresabschlüsse.

Zum Objekt: Grundbuchauszug, Flurkarte, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Energieausweis und Fotos.

Bei Wohnungen kommen drei Dinge dazu. Erstens die Teilungserklärung – das ist die Hausordnung im Grundbuch. Zweitens die letzten drei Protokolle der Eigentümerversammlung. Drittens der Nachweis über die Rücklage, aus der die Gemeinschaft später Dach und Fassade bezahlt.

Preisverhandlung: was wirkt und was nicht

Ehrlich gesagt: In gefragten Essener Lagen ist der Spielraum klein. Für ein gepflegtes Haus in Bredeney oder Stadtwald mit mehreren Interessenten werden Sie kaum etwas herausholen. Wer dort hart verhandelt, verliert oft einfach das Objekt.

Anders sieht es aus, wenn ein Objekt seit vier Monaten online ist. Oder wenn ein Zweifamilienhaus in Katernberg Sanierungsstau hat. Dort ist Bewegung drin.

Was wirkt: konkrete Handwerkerangebote, ein Gutachten, ein Nachweis über fehlende Rücklagen, eine feste Finanzierungszusage und ein flexibler Übergabetermin. Verkäufer mögen Sicherheit oft mehr als die letzten 5.000 €.

Was nicht wirkt: das Objekt schlechtreden, eine Pauschalforderung ohne Begründung, Drohungen mit dem Absprung und Verhandeln vor der Besichtigung.

Und eine Aussage, die einem Makler nicht schmeichelt: Der Makler wird meist vom Verkäufer beauftragt. Zahlen beide Seiten, ist er beiden zur ehrlichen Auskunft verpflichtet. Ihr Anwalt ist er trotzdem nicht.

Sein Wert für Sie liegt woanders: in vollständigen Unterlagen, offener Auskunft über Mängel und einem sauberen Ablauf. Für die Bewertung Ihrer eigenen Interessen holen Sie sich bei Bedarf einen Gutachter oder einen Anwalt dazu.

Ist der Preis angemessen?

Rechnen Sie den Preis pro Quadratmeter aus und vergleichen Sie ihn mit dem Stadtteil. Wohnungen liegen in Essen im Schnitt bei rund 2.800 bis 3.000 €/m², Häuser bei rund 3.500 bis 4.000 €/m² (Angebotspreise). Große Abweichungen nach oben brauchen eine Begründung: Neubau, Traumlage, Vollsanierung.

Bei einem Mehrfamilienhaus zählt eine andere Zahl: der Kaufpreisfaktor. Er entsteht, wenn Sie den Kaufpreis durch die Jahresnettokaltmiete teilen. Gemeint ist die Jahresmiete ohne Nebenkosten.

In Essen liegen übliche Faktoren erfahrungsgemäß etwa zwischen 15 und 19, je nach Lage und Zustand. Das ist ein Orientierungswert, keine Statistik. Zum Vergleich: Gelsenkirchen liegt bei rund 13,5. Rechnen können Sie das im Mietrendite-Rechner.

Sonderfälle: Bergbau, Altlasten, Denkmalschutz, Erbbaurecht

Bergschadensverzicht: Essen war Bergbaustadt. In vielen Grundbüchern im Norden steht ein Bergschadensverzicht. Das heißt: Der Eigentümer verzichtet auf Ansprüche gegen den Bergbautreibenden. Sackt später etwas ab, zahlt niemand. Lassen Sie sich das vom Notar erklären und fragen Sie beim Bergbau-Kataster nach.

Altlasten: Auf alten Industrie- und Zechenflächen können Böden belastet sein. Fragen Sie beim Umweltamt der Stadt Essen nach einem Eintrag im Altlastenkataster. Die Auskunft ist einfach zu bekommen und kann Ihnen sechsstellige Summen ersparen.

Denkmalschutz: Ein denkmalgeschütztes Haus, etwa in einer Zechensiedlung oder in der Margarethenhöhe, bringt Steuervorteile bei der Sanierung. Aber jedes Fenster braucht eine Genehmigung. Sprechen Sie vor dem Kauf mit der Unteren Denkmalbehörde.

Erbbaurecht: Viele Siedlungshäuser in Essen stehen auf fremdem Grund. Sie kaufen das Haus, den Boden mieten Sie langfristig. Dafür zahlen Sie Erbbauzins. Prüfen Sie zwei Dinge: die Restlaufzeit und die Anpassungsklausel. Als grobe Hausnummer gilt: Unter 40 Jahren Restlaufzeit wird die Finanzierung schwierig, wobei jede Bank die Grenze anders setzt.

Förderung – der Antrag muss vor den Notartermin

Das ist der teuerste Fehler überhaupt, und er passiert oft. Wer erst nach der Unterschrift nach Förderung fragt, bekommt nichts mehr.

Interessant für Essener Käufer ist vor allem KfW 308 „Jung kauft Alt“. Das Programm fördert Bestandshäuser der Energieklassen F bis H. Der Zins beginnt bei 0,01 %, die Summe liegt je nach Kinderzahl bei 100.000 bis 150.000 €. Im Gegenzug modernisieren Sie das Haus. Genau solche Häuser stehen in Altenessen, Katernberg oder Borbeck reichlich.

Dazu kommen drei weitere Programme. KfW 300 richtet sich an Familien. KfW 124 gibt bis 100.000 € ohne energetische Vorgaben, wenn Sie selbst einziehen. KfW 261 fördert Sanierungen bis 150.000 €, mit 5 bis 25 % Tilgungszuschuss.

Zusätzlich vergibt die Stadt Essen zinsgünstige NRW.BANK-Darlehen für selbstgenutztes Wohneigentum. Wie viel Sie bekommen, hängt vom Einkommen ab. Zuständig ist das Amt für Grundstücksmanagement und Wohnraumförderung, Lindenallee 6–8, 45121 Essen.

Alle Angaben zur Förderung: Stand August 2026. Die KfW ändert Zinsen und Bedingungen laufend. Prüfen Sie die aktuellen Konditionen vor dem Antrag.

Die 7 teuersten Fehler beim Immobilienkauf

1. Nebenkosten vergessen. Rund 42.000 € bei 350.000 € Kaufpreis. Kein Kredit deckt das ab.

2. Förderung zu spät beantragen. Nach dem Notartermin ist Schluss. Endgültig.

3. Nur einmal besichtigen. Und dann bei Sonnenschein. Der feuchte Keller zeigt sich erst im November.

4. Zu wenig Eigenkapital. Unter 20 % steigt Ihr Zinssatz spürbar. Über die Laufzeit kostet das oft mehr als das fehlende Geld.

5. Sanierungskosten schönrechnen. Rechnen Sie ehrlich und legen Sie 20 % Puffer drauf. Bei alten Häusern kommt immer etwas dazu.

6. Grundbuch nicht lesen. Wegerechte, Wohnrechte, Bergschadensverzicht und Erbbaurecht stehen in Abteilung II. Genau da schaut kaum jemand hin.

7. Aus Angst zu schnell unterschreiben. Der Satz „Da ist noch ein anderer Interessent“ ist manchmal wahr. Ein falsches Haus bleibt trotzdem 30 Jahre falsch.

Was Sie als Nächstes brauchen

Sie wollen ein Haus kaufen

Reihenhaus in Borbeck, Doppelhaushälfte in Huttrop oder Hanglage in Werden? Was Sie bei Dach, Keller und Grundstück prüfen müssen, steht im Ratgeber Haus kaufen in Essen.

Sie wollen eine Wohnung kaufen

Bei Wohnungen entscheiden Teilungserklärung, Rücklage und die Protokolle der Eigentümerversammlung. Alle Details finden Sie unter Wohnung kaufen in Essen.

Sie wollen vermieten

Hier zählen Faktor, Rendite und Mietspiegel statt Wohngefühl. Wie Sie ein Objekt sauber durchrechnen, zeigt Mehrfamilienhaus kaufen in Essen.

Kurz gesagt

  • Rechnen Sie mit rund 12 % Nebenkosten. NRW ist mit 6,5 % Grunderwerbsteuer teuer, ein Freibetrag für Erstkäufer existiert 2026 nicht.
  • Bringen Sie mindestens 20 % Eigenkapital plus die Nebenkosten mit, ideal sind 25 bis 30 %.
  • Besichtigen Sie jedes Objekt zweimal – bei anderem Wetter und zu anderer Tageszeit.
  • Stellen Sie jeden Förderantrag vor dem Notartermin. Danach geht nichts mehr.
  • Prüfen Sie in Essen immer Grundbuch-Abteilung II: Bergschadensverzicht, Erbbaurecht und Wegerechte stehen genau dort.

Sie möchten ein konkretes Objekt in Essen prüfen lassen? Schauen Sie in die aktuellen Angebote oder melden Sie sich über die Kontaktseite. Eine Einschätzung zum Preis vor dem Kauf ist meist in wenigen Tagen möglich.

Immobilienmakler in Essen misst eine Immobilie bei der Besichtigung aus
Zweimal besichtigen, davon einmal bei schlechtem Wetter: der Rat, der die meisten Kaufreuen verhindert.

Häufige Fragen zu Tipps zum Immobilienkauf

Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Hauskauf in Essen?

Rechnen Sie mit mindestens 20 Prozent des Kaufpreises aus eigener Tasche, dazu die kompletten Nebenkosten. Wer auf 25 bis 30 Prozent kommt, verhandelt besser. Bei einem Reihenhaus für 320.000 Euro brauchen Sie rund 64.000 Euro Eigenkapital. Dazu kommen etwa 38.600 Euro Nebenkosten, also gut 102.000 Euro. Die Nebenkosten finanziert Ihnen in der Regel keine Bank. Mit weniger Eigenkapital steigt Ihr Zinssatz spürbar an.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in NRW?

Rechnen Sie mit rund 11,5 bis 12 Prozent des Kaufpreises. Darin stecken 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer, rund 1,5 Prozent Notar, rund 0,5 Prozent Grundbuch und 3,57 Prozent Maklerprovision als Käuferanteil. Bei 350.000 Euro sind das etwa 42.000 Euro: 22.750 Euro Steuer, rund 5.250 Euro Notar, 1.750 Euro Grundbuch und 12.495 Euro Provision. NRW gehört damit zu den teuersten Bundesländern.

Was ist eine Auflassungsvormerkung einfach erklärt?

Die Auflassungsvormerkung ist wie ein Reservierungsschild im Grundbuch. Nach dem Notartermin wird sie eingetragen. Das Haus gehört Ihnen dann noch nicht, aber niemand anderes kann es Ihnen wegnehmen. Der Verkäufer kann es nicht ein zweites Mal verkaufen und keine neuen Schulden darauf eintragen lassen. Erst wenn Sie den Kaufpreis gezahlt haben, wird aus dem Schild Ihr Name als Eigentümer.

Wie lange dauert ein Immobilienkauf vom ersten Kontakt bis zum Schlüssel?

Planen Sie vier bis neun Monate ein. Die Suche dauert oft am längsten. Die Finanzierungszusage braucht ein bis drei Wochen. Verkauft Ihnen eine Firma, etwa ein Bauträger, müssen zwischen Entwurf und Beurkundung zwei Wochen liegen. Bei einem privaten Verkäufer gilt diese Frist nicht. Sinnvoll sind zwei Wochen aber trotzdem. Danach dauert es meist sechs Wochen bis vier Monate. In dieser Zeit erledigen Sie Kaufpreis, Grunderwerbsteuer und Grundbucheintrag. Erst dann bekommen Sie den Schlüssel.

Was ist ein Bergschadensverzicht und warum ist er in Essen wichtig?

Essen war Bergbaustadt. In vielen Grundbüchern, vor allem im Norden, steht ein Bergschadensverzicht in Abteilung II. Das heißt: Der Eigentümer verzichtet auf Ansprüche gegen den Bergbautreibenden. Sackt der Boden später ab oder reißt eine Wand, zahlt niemand. Lassen Sie sich diesen Eintrag vom Notar erklären und fragen Sie zusätzlich beim Bergbau-Kataster nach dem Zustand unter Ihrem Grundstück.

Wann muss ich Förderung wie KfW 308 beantragen?

Immer vor dem Notartermin. Das ist die wichtigste Regel überhaupt. Wer erst nach der Unterschrift fragt, bekommt kein Geld mehr. KfW 308 Jung kauft Alt fördert Bestandshäuser der Energieklassen F bis H. Die Zinsen beginnen bei 0,01 Prozent. Je nach Kinderzahl gibt es 100.000 bis 150.000 Euro, im Gegenzug sanieren Sie das Haus. Solche Häuser gibt es in Altenessen, Katernberg und Borbeck reichlich.

Worauf muss ich bei der Besichtigung einer alten Essener Immobilie achten?

Gehen Sie zuerst in den Keller und fassen Sie die Wände an. Viele Häuser aus den 1920er Jahren haben keine Horizontalsperre, Feuchtigkeit ist dort normal. Prüfen Sie danach Dachboden, Fenster, das Baujahr auf dem Heizungs-Typenschild und den Sicherungskasten. Öffnen Sie ein Fenster und hören Sie eine Minute auf den Verkehr. Kommen Sie ein zweites Mal bei anderem Wetter wieder.

Kaufberatung für Essen und das Ruhrgebiet

Sie stehen kurz vor einer Entscheidung und wollen jemanden, der den Essener Markt kennt? Eine erste Einschätzung zu Preis, Lage und Zustand ist meist in wenigen Tagen möglich.

Weiterlesen

Stand aller Angaben: August 2026. Preise sind Angebotspreise und dienen der Orientierung, nicht der Bewertung eines konkreten Objekts. Angaben zu Steuern, Recht und Förderung ersetzen keine Beratung durch Steuerberater, Anwalt oder Bank.