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Sanierung einer Immobilie: Ratgeber für Eigentümer in Essen

Bei einer Sanierung entscheidet die Reihenfolge über den Preis – und der Puffer darüber, ob Sie das Projekt zu Ende bringen. Dieser Ratgeber gibt Ihnen die Planungsgrundlage: was zuerst kommt, was warten kann, wo Kosten explodieren und wann Verkaufen die bessere Rechnung ist.

  • Reihenfolge: welcher Schritt den nächsten günstiger macht
  • Budget mit Puffer: warum 15 bis 20 Prozent Reserve zwingend sind
  • Handwerker: Angebote vergleichbar machen und Nachträge vermeiden
  • Entscheidungshilfe: sanieren oder im Ist-Zustand verkaufen

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Erst der Zustand, dann der Wunschzettel

Fast jede Sanierung beginnt mit einer Vorstellung vom Ergebnis – neues Bad, offene Küche, schöner Boden. Was fehlt, ist die Bestandsaufnahme: Was muss saniert werden, damit das Gebäude in zehn Jahren noch trägt?

Die Reihenfolge lautet deshalb immer: Substanz vor Optik. Ein neues Bad in einem Haus mit undichtem Dach ist verlorenes Geld. Die Prüfliste ist überschaubar: Dach und Entwässerung, Fassade und Sockel, Fenster, Heizung und Warmwasser, Elektrik, Wasser- und Abwasserleitungen. Erst wenn diese Punkte geklärt sind, beginnt die Planung der Ausbaugewerke.

Ihr Vorteil bei dieser Reihenfolge: Sie zahlen jedes Gewerk einmal. Wer die Optik vorzieht, reißt sie beim ersten Substanzschaden wieder heraus.

Kosten realistisch planen – und den Puffer nicht streichen

Bei Bestandsgebäuden ist die verlässlichste Regel: Was hinter der Wand liegt, weiß niemand vorher. Deshalb gehört in jede Sanierungskalkulation ein Puffer von 15 bis 20 Prozent. Wer ihn streicht, um das Budget passend zu rechnen, stoppt die Baustelle im zweiten Drittel – der teuerste aller Zustände.

Wo Kosten typischerweise explodieren

  • Nach dem Öffnen von Wänden und Böden: Feuchtigkeit, Schädlinge, alte Leitungen, fehlende Abdichtungen.
  • Schadstoffe: Asbest in Bodenbelägen und Dachplatten, alte Mineralwolle. Bei Gebäuden aus den 1960er bis 1980er Jahren regelmäßig ein Thema, und die Entsorgung ist reguliert und teuer.
  • Statik: Wanddurchbrüche brauchen einen Nachweis. Wer ohne plant, plant zweimal.
  • Genehmigungen: Änderungen an Fassade, Dachform oder Nutzung sind genehmigungspflichtig. In Essener Erhaltungssatzungsgebieten gelten zusätzliche Auflagen.

Handwerker: Angebote vergleichbar machen

Drei Angebote einzuholen bringt wenig, wenn sie Unterschiedliches beschreiben. Vergleichbar werden sie erst über ein einheitliches Leistungsverzeichnis: gleiche Mengen, gleiche Materialqualitäten, gleiche Nebenleistungen. Ohne das vergleichen Sie Äpfel mit Birnen und wählen regelmäßig das Angebot mit den meisten Lücken – die später als Nachträge zurückkommen.

Was in jeden Vertrag gehört: Leistungsumfang, Termine mit Beginn und Fertigstellung, Zahlungsplan nach Baufortschritt statt Vorkasse, Regelung für Nachträge und ein Sicherheitseinbehalt bis zur Abnahme. Die Abnahme selbst wird protokolliert, mit Mängelliste und Fristen – sie ist der Zeitpunkt, ab dem die Gewährleistung läuft und die Beweislast wechselt.

In Essen wie überall gilt: Termine im Handwerk sind derzeit knapp. Wer eine Sanierung für den Sommer plant, spricht im Winter mit den Betrieben – nicht im Mai.

Sanieren oder verkaufen? Die Rechnung, die Sie brauchen

Nicht jede Sanierung zahlt sich aus. Die Frage lässt sich nur mit zwei Zahlen beantworten: dem Marktwert im Ist-Zustand und dem Marktwert nach Sanierung, abzüglich der realistischen Kosten und der Bauzeit.

Wenn die Differenz die Sanierungskosten nicht deutlich übersteigt, sanieren Sie für den nächsten Eigentümer. Und es gibt in Essen eine wachsende Käufergruppe, die genau das sucht: unsanierte Objekte, die sie nach eigenen Vorstellungen herrichten. Für diese Käufer ist eine halbfertige oder geschmacklich festgelegte Sanierung sogar ein Nachteil.

Anders sieht es aus, wenn Sie selbst wohnen bleiben. Dann zählt nicht nur der Wiederverkaufswert, sondern auch, was die Sanierung an Energiekosten spart und an Wohnqualität bringt. Beides gehört in dieselbe Rechnung.

Das steckt im Ratgeber

  • Bestandsaufnahme: den tatsächlichen Zustand ermitteln
  • Die richtige Reihenfolge der Gewerke
  • Kosten kalkulieren und den Puffer richtig ansetzen
  • Typische Kostenfallen im Bestand
  • Schadstoffe erkennen und fachgerecht entsorgen
  • Genehmigungen: was in Essen erforderlich ist
  • Leistungsverzeichnis erstellen und Angebote vergleichen
  • Bauvertrag, Zahlungsplan und Abnahme
  • Förderung und steuerliche Absetzbarkeit nutzen
  • Sanieren oder verkaufen: Entscheidungshilfe mit Rechenbeispiel

Ihr Ansprechpartner

Christian Gottschling

Immobilienexperte aus Essen. Er rechnet Eigentümern in Essen vor, was eine Sanierung am Ende am Marktwert ändert – bevor die erste Rechnung kommt.

0201 202001  ·  hallo@essenmakler.de  ·  Gemarkenstr. 1, 45147 Essen

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge sollte ich sanieren?

Immer Substanz vor Optik: erst Dach und Entwässerung, Fassade und Sockel, dann Fenster, Heizung und Leitungen, zuletzt die Ausbaugewerke. Wer die Reihenfolge umdreht, zahlt Gewerke doppelt.

Wie viel Puffer soll ich einplanen?

Bei Bestandsgebäuden 15 bis 20 Prozent der kalkulierten Kosten. Was hinter Wänden und unter Böden liegt, zeigt sich erst nach dem Öffnen – und bis dahin ist die Baustelle nicht mehr rückabwickelbar.

Muss ich für eine Sanierung eine Genehmigung einholen?

Innenausbau meist nicht. Genehmigungspflichtig sind in der Regel Änderungen an Fassade, Dachform, Kubatur oder Nutzung, teilweise auch neue Fensteröffnungen. In Erhaltungssatzungsgebieten und bei Denkmalschutz gelten zusätzliche Auflagen – vor der Planung bei der Stadt Essen abklären.

Kann ich Sanierungskosten steuerlich absetzen?

Für selbst genutztes Wohneigentum gibt es die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen sowie unter bestimmten Voraussetzungen die Förderung energetischer Maßnahmen nach Paragraf 35c EStG. Bei vermieteten Objekten sind Erhaltungsaufwendungen grundsätzlich als Werbungskosten abziehbar. Die Abgrenzung zu anschaffungsnahem Herstellungsaufwand ist heikel – das gehört in die Steuerberatung.

Lohnt sich die Sanierung vor dem Verkauf?

Nur, wenn der Wertzuwachs die Kosten deutlich übersteigt. Maßnahmen mit sichtbarer Wirkung auf den Energiekennwert wirken sich im Essener Markt auf den Preis aus, kosmetische Modernisierungen selten. Die Antwort liefert eine Bewertung in beiden Varianten.

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Dieser Ratgeber vermittelt allgemeine Informationen und ersetzt keine Bau-, Rechts- oder Steuerberatung. Förderbedingungen und Vorschriften ändern sich; den aktuellen Stand prüfen Sie bitte bei den zuständigen Stellen.