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Fassadendämmung: rechnet sich das vor dem Verkauf?

Immobilienverkauf in Essen
Die ehrliche Rechnung fällt anders aus als der Prospekt

Auf dem Küchentisch eines Reihenhauses in Borbeck liegt ein Angebot über 31.000 Euro. Wärmedämmverbundsystem, sechzehn Zentimeter, Gerüst, Putz, neue Fensterbänke. Daneben liegt ein Zettel mit der Zahl, die der Verkäufer der Dämmfirma genannt hat: „spart etwa 40 Prozent Heizkosten“. Draußen steht das Haus in dunkelrotem Klinker, wie die ganze Straße. Und die eigentliche Frage lautet nicht, ob Dämmen technisch geht — sondern ob dieses Haus danach mehr wert ist als vorher.

Drei Verfahren, drei völlig verschiedene Baustellen

Wenn von Fassadendämmung die Rede ist, sind meistens drei ganz unterschiedliche Dinge gemeint. Sie kosten unterschiedlich viel, sie passen zu unterschiedlichen Häusern, und sie haben unterschiedliche Risiken.

Das Wärmedämmverbundsystem, kurz WDVS, ist die bekannteste Variante: Dämmplatten werden außen auf die Wand geklebt und gedübelt, darauf kommen Armierungsgewebe und Putz. Es funktioniert bei fast jedem massiven Untergrund, es bringt die beste Dämmwirkung, und es verändert das Aussehen des Hauses vollständig.

Die Kerndämmung gibt es nur bei zweischaligem Mauerwerk. Dabei besteht die Außenwand aus zwei Mauerschalen — innen tragend, außen meist Klinker — mit einem Luftraum dazwischen. In diesen Hohlraum wird Dämmstoff eingeblasen, durch kleine Bohrungen in den Fugen, die danach wieder verschlossen werden. Von außen sieht man hinterher nichts.

Die Innendämmung kommt auf die Raumseite der Außenwand. Sie ist die letzte Möglichkeit, wenn außen nichts geht — und bauphysikalisch die anspruchsvollste, weil sie die Wand kälter macht, statt sie zu wärmen.

Wärmedämmverbundsystem: viel Wirkung, viele Folgearbeiten

Ein WDVS ist selten nur ein WDVS. Sobald die Fassade sechzehn oder zwanzig Zentimeter dicker wird, verschiebt sich das ganze Haus nach außen: Dachüberstände reichen nicht mehr, Fensterbänke sind zu kurz, Rollladenkästen springen vor, Rinne und Fallrohre wandern, ebenso Außensteckdosen, Lampen und Hausnummer. Bei einem Reihenhaus kommt der Anschluss an den Nachbarn dazu, der eventuell nicht mitdämmt — dann entsteht an der Grenze eine Kante, und je nach Grenzabstand braucht es seine Zustimmung.

Dazu die Frage des Dämmstoffs. Polystyrol ist am günstigsten, Mineralwolle nicht brennbar, diffusionsoffener und teurer — ab bestimmten Gebäudehöhen und an Brandriegeln ohnehin vorgeschrieben —, Holzfaser angenehm im Feuchteverhalten und deutlich teurer. Und ein Punkt, den Verkaufsgespräche gern auslassen: Putz auf einem gedämmten System trocknet nach Regen langsamer als Putz auf massiver Wand, weil die Speichermasse dahinter fehlt. Deshalb wächst auf Nordseiten häufiger Algenbewuchs; Beschichtungen helfen, ganz verschwindet der Effekt nicht.

Zuletzt der Zeitfaktor: Gerüst für mehrere Wochen, mehrere Arbeitsgänge mit Trocknungszeiten und Wetterabhängigkeit — unter etwa fünf Grad wird nicht geputzt. Wer im Spätherbst anfängt, arbeitet im Frühjahr weiter und zahlt die Standzeit dazwischen mit.

Kerndämmung: das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, das es gibt

Bei zweischaligem Mauerwerk ist die Kerndämmung fast immer die wirtschaftlichste Maßnahme am ganzen Gebäude. Sie kostet einen Bruchteil eines WDVS, sie ist an einem bis zwei Tagen erledigt, es gibt kein Gerüst und keine Folgearbeiten, und das Haus sieht hinterher aus wie vorher.

Ob Dein Haus zweischalig ist, lässt sich meist ohne Bauakte klären. Typisch ist eine Klinkerfassade mit offenen Stoßfugen in der untersten Ziegelreihe — die Entwässerungsöffnungen der Luftschicht. Zweites Indiz ist die Wandstärke: Miss an einem Fenster von der Außenkante bis zum Rahmen; über etwa dreißig Zentimetern ist ein Hohlraum wahrscheinlich. Sicherheit bringt eine Endoskopkamera durch eine Bohrung in der Fuge, mit der ein Fachbetrieb gleich die Hohlraumbreite misst.

Vier Bedingungen müssen erfüllt sein: Der Hohlraum ist durchgehend und breit genug, in der Regel ab etwa vier Zentimetern. Die Außenschale ist schlagregendicht — keine offenen Risse, keine ausgewaschenen Fugen, kein poröser Klinker. Der Hohlraum ist frei von Mörtelbrücken und Bauschutt. Und die Drahtanker zwischen den Schalen sind intakt.

Der Haken: Der erreichbare Wert ist durch die vorhandene Hohlraumbreite begrenzt. Aus einer Außenwand mit einem U-Wert um 1,3 wird mit sechs Zentimetern Einblasdämmung etwa 0,4 bis 0,5 — nicht 0,24, aber der weitaus größte Teil des Sprungs ist damit gemacht. Der Rest wäre nur mit Zusatzdämmung außen oder innen zu holen, und der kostet ein Vielfaches.

Innendämmung: nur mit Rechnung, nie nach Gefühl

Innendämmung kommt ins Spiel, wenn die Fassade erhalten bleiben muss — bei Denkmalschutz, bei Gestaltungssatzungen, bei Klinker, den man nicht überputzen will, oder wenn nur einzelne Wohnungen saniert werden.

Sie hat einen physikalischen Preis. Die Dämmschicht hält die Wärme im Raum, also wird die Mauer dahinter kälter und trocknet langsamer, und Feuchtigkeit aus der Raumluft kann an der Grenzschicht kondensieren. Eine Dampfsperre aus Folie ist fehleranfällig — ein einziger Bildernagel perforiert sie. Deshalb arbeitet man heute meist mit kapillaraktiven Systemen wie Calciumsilikat, Mineraldämmplatten oder Holzfaser, die anfallendes Wasser aufnehmen und wieder abgeben.

Drei Regeln machen den Unterschied zwischen Erfolg und Schaden. Erstens: Die Wand muss von außen schlagregendicht sein, sonst kommt Wasser von der falschen Seite. Zweitens: Die Dämmung ist bewusst dünn — vier bis acht Zentimeter holen den größten Teil des Effekts, mehr erhöht das Risiko stärker als den Nutzen. Drittens: Die Anschlüsse an Innenwände und Geschossdecken müssen mitgedämmt werden, sonst entsteht dort genau die kalte Ecke, an der später Schimmel wächst. Eine Innendämmung ohne bauphysikalischen Nachweis ist ein Glücksspiel — lass sie rechnen, bevor jemand eine Platte anfasst.

Was das Gebäudemodernisierungsgesetz verlangt

Auch hier gilt § 36 des Gebäudemodernisierungsgesetzes, des Gesetzes, das früher Gebäudeenergiegesetz hieß: Werden bei beheizten Räumen Außenbauteile erneuert, ersetzt oder erstmalig eingebaut, müssen die betroffenen Flächen die Höchstwerte der Anlage 7 einhalten. Ausgenommen sind Änderungen, die nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe betreffen.

Für Außenwände in Wohngebäuden verlangt die Anlage 7 einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,24 Watt je Quadratmeter und Kelvin. Und zwar nicht nur beim Ersatz der Wand, sondern ausdrücklich auch dann, wenn auf der Außenseite einer bestehenden Wand Bekleidungen, Verschalungen, Mauervorsatzschalen oder Dämmschichten angebracht werden — oder wenn der Außenputz einer bestehenden Wand erneuert wird.

Das ist der Satz, an dem viele hängenbleiben: Wer die alte Fassade großflächig neu verputzen lässt, löst damit die Dämmpflicht aus. Ein Anstrich nicht, eine Ausbesserung unter der 10-Prozent-Grenze auch nicht — ein neuer Putz über die ganze Fassade schon.

Drei Erleichterungen stehen in den Fußnoten der Anlage und sind bares Geld wert.

  • Ist die Dämmschichtdicke aus technischen Gründen begrenzt, gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn die nach anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Dicke eingebaut wird, wobei ein Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von 0,035 einzuhalten ist. Werden Dämmstoffe in Hohlräume eingeblasen oder Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet, genügt ein Bemessungswert von 0,045.
  • Beim Anbringen von Bekleidungen oder Dämmschichten außen und beim Erneuern des Außenputzes entfällt die Anforderung, wenn die Außenwand bereits unter Geltung der energiesparrechtlichen Vorschriften errichtet oder erneuert wurde, die seit Anfang der Achtzigerjahre gelten.
  • Bei Baudenkmälern und sonstiger besonders geschützter oder erhaltenswerter Bausubstanz erlaubt § 105 Abweichungen, wenn die Anforderungen Substanz oder Erscheinungsbild beeinträchtigen oder zu unverhältnismäßig hohem Aufwand führen.

Für die reine Kerndämmung heißt das übrigens: Sie ist keine der in der Anlage aufgeführten Maßnahmen, weil weder die Wand ersetzt noch außen etwas angebracht noch der Putz erneuert wird. Sie löst die 0,24 also nicht aus — was gut ist, denn erreichen ließe sie sich mit der vorhandenen Hohlraumbreite ohnehin nicht.

Wärmebrücken: wo die Rechnung kippt

Eine Wärmebrücke ist eine Stelle, an der Wärme schneller nach außen wandert als in der Fläche daneben: der Balkon, der als Betonplatte durch die Wand läuft, der Rollladenkasten, die Fensterlaibung, der Ringanker, die Decke am Übergang zum Nachbarn. Solange die ganze Wand schlecht gedämmt ist, fallen sie kaum auf. Sobald die Fläche gedämmt ist, werden sie zur kältesten Stelle im Raum — und damit zur Stelle, an der Feuchtigkeit kondensiert.

Deshalb gehören drei Details in jede Planung: die Fensterlaibungen mit einer dünnen Dämmschicht, die Rollladenkästen und der Sockel bis unter Geländeoberkante mit feuchtebeständigem Dämmstoff. Wer daran spart, hat die Fläche gedämmt und den Schaden eingebaut.

Zusammen mit dichten neuen Fenstern verschärft sich das Thema, weil dann auch der unfreiwillige Luftwechsel wegfällt. Wie das zusammenhängt, steht unter Fenster tauschen. Und in welcher Reihenfolge die Gewerke sinnvoll laufen, unter Reihenfolge der Sanierung.

Kosten: Größenordnungen, keine Angebote

Erfahrungswerte für Essener Objekte, brutto, mit Fachbetrieb. Sie sind kein Angebot; verbindlich wird es erst nach Ortstermin und Aufmaß.

MaßnahmeBezugGrößenordnung
Kerndämmung, Einblasdämmung in zweischaliges Mauerwerkje m² Fassade25 bis 55 €
Innendämmung, kapillaraktives Systemje m² Wandfläche90 bis 180 €
Wärmedämmverbundsystem mit Polystyrol, inkl. Putzje m² Fassade150 bis 240 €
Wärmedämmverbundsystem mit Mineralwolleje m² Fassade190 bis 300 €
Hinterlüftete Vorhangfassadeje m² Fassade250 bis 450 €
Gerüst inklusive Auf- und Abbau, vier Wochenje m² Gerüst7 bis 14 €
Fensterbänke, Rinnen, Anschlüsse, Elektro versetzenje Objekt2.000 bis 6.000 €

Der Sprung zwischen der ersten und der dritten Zeile ist der wichtigste Zahlenvergleich dieser Seite. Wie Du Angebote vergleichbar machst, steht unter Handwerker finden in Essen.

Eine Rechnung zum Nachrechnen

Mit einem Überschlag kannst Du jede Dämmmaßnahme selbst bewerten: gedämmte Fläche mal Verbesserung des U-Werts mal 70 ergibt ungefähr die jährliche Einsparung in Kilowattstunden. Die 70 stehen für die Heizgradstunden eines normalen Jahres im Ruhrgebiet, in Tausend gerechnet.

Nimm ein Reihenmittelhaus in Borbeck-Mitte, Baujahr 1962, zweischaliges Klinkermauerwerk mit sechs Zentimetern Hohlraum, 118 Quadratmeter Wohnfläche, 130 Quadratmeter Fassadenfläche, Gasheizung. Der U-Wert der Wand liegt bei etwa 1,3.

PositionA: KerndämmungB: Wärmedämmverbundsystem
Preis je m² Fassade40 €200 €
Gerüst und Folgearbeitenentfällt5.500 €
Summe brutto5.200 €31.500 €
U-Wert vorher / nachher1,30 / 0,451,30 / 0,22
Einsparung im Jahrrund 7.700 kWhrund 9.800 kWh
Ersparnis bei 12 Cent je kWhrund 930 €rund 1.180 €
Statische Amortisation ohne Förderungrund 6 Jahrerund 27 Jahre

Darin steckt die ganze Botschaft dieser Seite. Das teure System bringt gegenüber dem billigen etwa ein Fünftel mehr Einsparung — und kostet das Sechsfache. Bei zweischaligem Mauerwerk ist die Entscheidung deshalb selten „ob dämmen“, sondern fast immer „welches Verfahren“.

Die Zahlen sind Rechengrößen, keine Zusagen: Reale Verbräuche hängen am Heizverhalten, an der Anlagentechnik und am Rest der Hülle, und nach einer Dämmung wird oft wärmer geheizt, weil es angenehmer ist.

Klinker im Ruhrgebiet: warum meist nur die Kerndämmung bleibt

Ein großer Teil des Essener Bestands ist verklinkert — Siedlungshäuser, Zechenhäuser, Wiederaufbau- und Nachkriegsbauten, ganze Straßenzüge der Fünfziger- bis Siebzigerjahre. Für diese Häuser ist ein WDVS meist die falsche Antwort, und zwar aus drei Gründen.

Erstens technisch: Eine Klinkerfassade ist eine dauerhafte Wetterhaut, die praktisch keine Wartung braucht; ein Putzsystem darüber ersetzt sie durch eine Oberfläche, die einen Anstrich braucht und auf Nordseiten vergrünt. Zweitens gestalterisch: Der Klinker ist das Gesicht dieser Häuser, und in Straßen mit einheitlicher Klinkerfassade fällt das eine verputzte Haus negativ auf. Drittens wirtschaftlich: Der Hohlraum liegt schon da — ihn zu füllen kostet ein Sechstel und bringt drei Viertel des Effekts.

Ist die Klinkerschale schadhaft — ausgewaschene Fugen, Frostabplatzungen, Risse —, gehört das zuerst repariert. Eine Neuverfugung liegt bei 40 bis 80 Euro je Quadratmeter und ist Voraussetzung für jede Kerndämmung, denn eine undichte Außenschale durchfeuchtet die Wand mit oder ohne Dämmung.

Zechenhäuser und Siedlungen mit Gestaltungssatzung

In Essen gibt es zusammenhängende Siedlungsbestände, in denen das Erscheinungsbild rechtlich gebunden ist. Die Margarethenhöhe ist der bekannteste Fall, aber auch in Zechen- und Werkssiedlungen anderer Stadtteile gelten Gestaltungssatzungen oder Denkmalbereichssatzungen, die Fassadenmaterial, Farbe, Fensterteilung und Dachform vorgeben.

Dort ist ein WDVS in der Regel ausgeschlossen. Übrig bleiben Kerndämmung, Innendämmung mit Nachweis und die Maßnahmen, die ohnehin zuerst kommen: oberste Geschossdecke, Kellerdecke, Heizungsoptimierung. Der erste Weg führt zur Unteren Denkmalbehörde und in die Bauakte in Essen. Was beim Verkauf solcher Objekte sonst zu beachten ist, steht unter Zechenhaus verkaufen.

Förderung

Für Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle gibt es einen Zuschuss beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, alternativ einen Kredit über die KfW. Beides ist an technische Mindestanforderungen gebunden, die schärfer sind als die Höchstwerte des Gesetzes, und in aller Regel an einen Energieeffizienz-Experten. Wichtig ist die Reihenfolge: erst der Antrag, dann der Auftrag. Die Sätze ändern sich, prüfe sie vor der Beauftragung.

Die ehrliche Antwort: was Dämmung vor dem Verkauf bringt

Wenig. Und das ist die unpopulärste Aussage auf dieser Seite.

Ein Wärmedämmverbundsystem ist eine der teuersten Einzelmaßnahmen an einem Haus und zugleich die, die ein Käufer am schlechtesten wahrnimmt. Er sieht eine verputzte Fassade — ob dahinter Dämmung sitzt oder nur Putz, erkennt er nicht. Er kann sie nicht anfassen wie ein Bad und nicht bedienen wie eine Heizung; sie zeigt sich nur als Zahl im Energieausweis, und die steht weit hinten auf seiner Liste.

Dazu kommt die Rechnung. Bleibt das Haus für die Baustelle mehrere Wochen ungenutzt oder unvermarktbar, verlierst Du Zeit. Wird während der Bauzeit der Markt schlechter, verlierst Du zweimal. Und der Aufschlag, den der Markt für eine gedämmte Fassade zahlt, liegt erfahrungsgemäß deutlich unter den Baukosten — bei einem Objekt in Katernberg mit einem Immobilienrichtwert um 1.900 Euro je Quadratmeter noch weiter darunter als in einer teuren Lage, weil die Baukosten überall gleich sind und nur der Erlös schwankt.

Es gibt zwei Ausnahmen. Erstens die Kerndämmung: ein paar Tausend Euro, kein Gerüst, keine optische Veränderung, sichtbare Wirkung im Bedarfsausweis — das rechnet sich häufig auch kurz vor dem Verkauf. Zweitens der Fall, dass die Fassade ohnehin fällig ist: Steht das Gerüst wegen des Dachs oder ist der Putz schadhaft, sind die Mehrkosten für die Dämmung klein gegenüber der Gesamtsumme. Wie das mit dem Dach zusammenhängt, steht unter Dach sanieren.

Sonst ist der bessere Weg: nicht dämmen, sondern rechnen und offenlegen. Ein aktueller Energieausweis, zwei belastbare Angebote Essener Betriebe, dazu ein Hinweis auf die Förderwege — damit bekommt der Käufer eine Zahl statt einer Sorge. Welche Maßnahmen sich vor dem Verkauf rechnen, steht unter Renovieren vor dem Verkauf und Was Du vor dem Verkauf nicht sanieren solltest, wo der Preis landet unter Angebotspreis finden.

Fazit

Bei zweischaligem Klinkermauerwerk — und davon steht in Essen sehr viel — ist die Kerndämmung fast immer die richtige Antwort: ein Bruchteil der Kosten, ein bis zwei Tage Bauzeit, kein Gerüst, keine optische Veränderung und der größte Teil des Effekts. Ein Wärmedämmverbundsystem lohnt vor allem dann, wenn die Fassade ohnehin erneuert werden muss, denn dann zahlst Du nur die Mehrkosten. Beachte dabei § 36 des Gebäudemodernisierungsgesetzes: Wer den Außenputz großflächig erneuert oder außen etwas anbringt, löst die Anforderung von 0,24 Watt je Quadratmeter und Kelvin aus, mit einer Bagatellgrenze von 10 Prozent der Bauteilgruppe und Erleichterungen bei begrenzter Dämmdicke. Plane Laibungen, Rollladenkästen und Sockel mit, sonst dämmst Du die Fläche und baust den Schaden ein. Und vor dem Verkauf gilt: Ein Käufer sieht eine gedämmte Fassade nicht — deshalb bringt sie selten die Rendite, die im Verkaufsgespräch versprochen wird.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob mein Haus zweischalig gemauert ist?

Typisch sind offene Stoßfugen in der untersten Ziegelreihe als Entwässerungsöffnungen und eine Gesamtwandstärke von mehr als etwa dreißig Zentimetern; Sicherheit bringt eine Endoskopkamera durch eine Bohrung in der Fuge, die ein Fachbetrieb im Rahmen der Voruntersuchung setzt.

Was kostet eine Fassadendämmung?

Als Größenordnung 25 bis 55 Euro je Quadratmeter für eine Kerndämmung, 150 bis 300 Euro je Quadratmeter für ein Wärmedämmverbundsystem inklusive Putz und 90 bis 180 Euro je Quadratmeter für eine Innendämmung — jeweils zuzüglich Gerüst und Folgearbeiten und immer erst nach Aufmaß verbindlich.

Muss ich dämmen, wenn ich die Fassade neu verputzen lasse?

Ja, denn nach § 36 und Anlage 7 des Gebäudemodernisierungsgesetzes löst die Erneuerung des Außenputzes einer bestehenden Wand die Anforderung von 0,24 Watt je Quadratmeter und Kelvin aus; ein bloßer Anstrich und Maßnahmen unterhalb von 10 Prozent der Bauteilgruppe fallen nicht darunter.

Gilt diese Pflicht auch für eine Kerndämmung?

Nein, das Einblasen von Dämmstoff in einen vorhandenen Hohlraum ist keine der in Anlage 7 aufgeführten Maßnahmen — weder wird die Wand ersetzt noch außen etwas angebracht noch der Putz erneuert, also wird die Anforderung nicht ausgelöst.

Was ist, wenn die vorhandene Hohlraumbreite für 0,24 nicht reicht?

Dafür gibt es die Erleichterung in den Fußnoten der Anlage 7: Ist die Dämmschichtdicke aus technischen Gründen begrenzt, genügt die höchstmögliche Dicke, wobei ein Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von 0,035 einzuhalten ist, bei Einblasdämmung in Hohlräume 0,045.

Ist Innendämmung gefährlich?

Nicht grundsätzlich, aber sie macht die Wand dahinter kälter und trocknungsträger — deshalb braucht sie eine schlagregendichte Außenseite, ein kapillaraktives System, eine bewusst geringe Dicke von vier bis acht Zentimetern und einen bauphysikalischen Nachweis, bevor jemand eine Platte anfasst.

Kann ich mein Klinkerhaus einfach verputzen und dämmen lassen?

Technisch meist ja, wirtschaftlich und gestalterisch selten sinnvoll: Der Klinker ist eine wartungsarme Wetterhaut und das Gesicht dieser Häuser, und in einer Straße mit einheitlichen Klinkerfassaden fällt das eine verputzte Haus negativ auf.

Was mache ich, wenn die Fugen ausgewaschen sind?

Zuerst neu verfugen — in der Größenordnung von 40 bis 80 Euro je Quadratmeter —, denn eine undichte Außenschale durchfeuchtet die Wand mit oder ohne Dämmung und ist zugleich Voraussetzung dafür, dass eine Kerndämmung überhaupt ausgeführt wird.

Darf ich im Denkmalbereich überhaupt dämmen?

Nach § 105 des Gebäudemodernisierungsgesetzes darf bei Baudenkmälern und besonders erhaltenswerter Bausubstanz von den Anforderungen abgewichen werden, wenn Substanz oder Erscheinungsbild beeinträchtigt würden — in der Praxis bleiben dort Kerndämmung, Innendämmung mit Nachweis und die Maßnahmen an Dach und Kellerdecke.

Bringt eine gedämmte Fassade beim Verkauf mehr Geld?

Meist deutlich weniger als sie kostet, weil ein Käufer die Dämmung nicht sieht und sie nur als Zahl im Energieausweis wahrnimmt — Ausnahmen sind die günstige Kerndämmung und der Fall, dass die Fassade ohnehin erneuert werden muss und nur die Mehrkosten anfallen.

Was ist mit den Wärmebrücken an Balkon und Rollladenkasten?

Die werden nach einer Flächendämmung zur kältesten Stelle im Raum und damit zum Ort für Kondenswasser — Laibungen, Rollladenkästen und der Sockel bis unter Geländeoberkante gehören deshalb in jede Planung, sonst dämmst Du die Fläche und baust den Schaden ein.

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Auszeichnung FOCUS TOP Immobilienmakler für GOTTSCHLING Immobilien
Als TOP-Immobilienmakler ausgezeichnet – unter anderem von FOCUS
  • Ausgezeichnet von CHIP, FOCUS, Properbird und dem Capital Makler-Kompass als Top-Immobilienmakler.
  • Über 400 Immobilienverkäufe, mehr als 1.000 Vermietungen und rund 4.000 verwaltete Wohneinheiten im Ruhrgebiet.
  • Über 20 Jahre in Essen – inhabergeführt, keine Filiale einer Kette.
  • Eigenes Handwerkernetz für Entrümpelung, Maler, Boden, Fliesen, Bad, Elektrik, Dach und Dämmung.

Alle Auszeichnungen findest du im Makler-Portfolio.

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Christian Gottschling mit dem Team von GOTTSCHLING Immobilien in Essen
Christian Gottschling und das Team von GOTTSCHLING Immobilien

Christian Gottschling
Geschäftsführer der GOTTSCHLING Immobilien GmbH in Essen. Über 400 Immobilienverkäufe, mehr als 1.000 Vermietungen und rund 4.000 verwaltete Wohneinheiten im Ruhrgebiet, dazu ein eigenes Handwerkernetz für alle Gewerke.

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Zuletzt geprüft am 4. September 2026. Rechtsgrundlagen: Gebäudemodernisierungsgesetz mit Anlage 7 sowie §§ 36, 105, §§ 632, 632a, 634, 634a, 640, 650b, 650c, 650i, 650l, 650m, 442, 438, 444, 341 BGB, §§ 312b, 355, 356 BGB, § 1 Abs. 2 Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz, §§ 35a, 35c EStG, § 1 Abs. 1, § 6 und Anlage A Handwerksordnung, § 194 BauGB. Auskunftsstellen: Handwerkskammer Düsseldorf mit der Handwerksrolle, Kreishandwerkerschaft Essen, IHK für Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen. Kostenangaben sind Größenordnungen, keine Angebote. Förderprogramme des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und der KfW ändern sich – vor Auftragsvergabe prüfen. Dies ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Im Einzelfall entscheiden Notar, Rechtsanwalt oder Steuerberater.