Essen-Makler-Gottschling-Immobilien

Unterlagen digitalisieren und sicher weitergeben

Unterlagen für die Immobilie
Ein Datenraum schlägt jeden E-Mail-Anhang

Halb elf abends, ein ernsthafter Interessent hat angerufen und will „mal eben“ die Unterlagen sehen. Auf dem Esstisch liegen vierzig Blatt: Grundbuchauszug, Flurkarte, Teilungserklärung, drei Protokolle, ein Energieausweis. Das Handy macht schiefe Fotos mit Schattenkante, jedes zweite Bild ist unscharf, und weil die Mailanhänge zu groß sind, gehen sie in vier Nachrichten raus, ohne Reihenfolge und ohne Namen. Am nächsten Morgen fragt der Interessent, ob Seite drei fehlt. Er hat recht. Wo ist sie?

Warum die Form der Unterlagen den Verkauf beschleunigt

Beim Immobilienverkauf entscheidet nicht nur, welche Papiere Du hast, sondern wie schnell jemand sie lesen kann. Die finanzierende Bank des Käufers prüft nach einer festen Liste. Fehlt eine Seite, geht die Akte zurück, und aus zwei Tagen werden zwei Wochen. Ein Käufer, der wartet, verhandelt anders als einer, der Bescheid weiß.

Dazu kommt ein zweiter Punkt, den viele Verkäufer unterschätzen: Unterlagen enthalten fremde Daten. In einem Protokoll der Eigentümerversammlung stehen Namen und Beschlüsse anderer Eigentümer, in einem Mietvertrag Geburtsdatum und Bankverbindung des Mieters, in einer Löschungsbewilligung Kontonummern. Wer alles ungefiltert verschickt, verteilt fremde Daten an Fremde. Sauber digitalisiert wird beides gelöst: schneller lesbar und datenschutzrechtlich sauber. Welche Unterlagen überhaupt zusammengehören, steht in der Übersicht zu den Unterlagen für den Immobilienverkauf.

Was gescannt gehört — und mit welcher Auflösung

Nicht jedes Dokument braucht dieselbe Qualität. Zu grob gescannt ist unlesbar, zu fein gescannt ergibt Dateien, die niemand verschicken kann. Diese Werte haben sich bewährt.

DokumentAuflösungFarbeWarum
Grundbuchauszug, Kaufvertrag, Bescheide300 dpiGraustufen, farbig bei Rötungen und SiegelnText muss sicher erkannt werden; Streichungen und Stempel sind Teil der Aussage
Protokolle, Abrechnungen, Rechnungen300 dpiGraustufenreine Textseiten, aber oft mit handschriftlichen Vermerken
Flurkarte, Lageplan, Grundriss, Schnitt400 bis 600 dpifarbigfeine Linien, Maßketten und Farbmarkierungen gehen bei 200 dpi verloren
Teilungserklärung mit Aufteilungsplan400 dpifarbigdie Nummerierung der Räume muss beim Hineinzoomen lesbar bleiben
Energieausweis300 dpifarbigder Farbverlauf der Effizienzskala ist die Kernaussage
Fotos vom offenen BauteilOriginaldateifarbignicht scannen, sondern die Kameradatei behalten und in ein PDF einbetten

Drei Regeln dazu. Erstens: Bei Plänen im Format DIN A3 oder größer lohnt der Gang in einen Copyshop oder zu einem Reprobetrieb; ein Flachbettscanner erzeugt aus zwei Hälften nie eine saubere Seite. Zweitens: Immer mit Texterkennung scannen, sonst ist das PDF ein Bild und nicht durchsuchbar — und genau die Suchfunktion braucht ein Käufer, wenn er in einem sechzigseitigen Protokollstapel den Beschluss zur Fassade sucht. Drittens: Die Vorlage gerade auflegen und den Rand mitscannen. Ein abgeschnittener Seitenrand wirkt wie ein Bearbeitungsversuch.

Beim Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster der Stadt Essen bekommst Du Auszüge inzwischen häufig direkt als digitale Datei. Das ist immer besser als ein Scan vom Ausdruck — nimm das Original, wenn Du es bekommen kannst. Wie das für die einzelnen Unterlagen läuft, steht unter Flurkarte in Essen, Bauakte in Essen und Grundbuchauszug in Essen.

PDF statt Foto — und warum das kein Detail ist

Handyfotos von Dokumenten sind der häufigste Grund für Rückfragen. Sie haben Schattenkanten, stürzende Kanten, wechselnde Helligkeit und meist keine erkennbare Reihenfolge. Sie kommen in Formaten an, die manche Empfänger gar nicht öffnen. Und sie sind riesig, weil eine Kamera für Landschaften optimiert ist und nicht für Papier.

Mach stattdessen aus jedem Dokument eine einzige PDF-Datei mit allen Seiten in der richtigen Reihenfolge. Nicht dreißig Einzeldateien, nicht ein Sammel-PDF über alles. Ein Dokument, eine Datei. Für die Archivfassung eignet sich das Format PDF/A, weil es Schriften einbettet und auch in vielen Jahren noch gleich aussieht.

Wenn Du kein Gerät mit Einzug hast, nutz eine Scan-App auf dem Telefon. Die guten Apps erkennen die Blattkanten, entzerren die Perspektive, rechnen den Schatten heraus und legen mehrere Seiten in ein PDF. Das Ergebnis ist einem echten Scan nahe. Ein rohes Foto ist es nicht.

Zur Dateigröße eine Faustregel: Eine Textseite in 300 dpi Graustufen landet bei sinnvoller Komprimierung meist deutlich unter einem Megabyte. Wenn Dein zwanzigseitiges Protokoll 80 Megabyte hat, hast Du in Farbe und ohne Komprimierung gescannt — das lädt niemand herunter.

Ordner und Dateinamen: die Struktur, die sich selbst erklärt

Eine gute Struktur erkennt man daran, dass ein Fremder in zehn Sekunden findet, was er sucht. Ich arbeite mit nummerierten Hauptordnern, weil Nummern die Reihenfolge erzwingen — alphabetisch sortiert sonst jedes System anders.

OrdnerInhalt
01 EigentumGrundbuchauszug, Kaufvertrag, Flurkarte, Auszug aus dem Liegenschaftskataster
02 Bau und FlächeBaugenehmigung, Bauzeichnungen, Baubeschreibung, Wohnflächenberechnung, Statik
03 EnergieEnergieausweis, Berechnungsgrundlagen, Nachweise zu Dämmung und Heizung
04 Sanierung und WartungSanierungsliste, Handwerkerrechnungen, Abnahmeprotokolle, Wartungsberichte, Feuerstättenbescheid
05 VersicherungVersicherungsschein, Nachtrag, Schadenverlauf, Prüfbericht Öltank
06 MieteMieterliste, Mietverträge, Nachträge, Kautionsnachweise, Betriebskostenabrechnungen
07 EigentümergemeinschaftTeilungserklärung, Aufteilungsplan, Protokolle, Wirtschaftsplan, Abrechnung, Erhaltungsrücklage
08 Lasten und AuskünfteBaulastenauskunft, Altlastenauskunft, Kampfmittelauskunft, Bergbauauskunft, Erschließungsbeiträge
09 VerkaufExposé, Wertermittlung, Entwurf des Kaufvertrags, Schriftwechsel

Für Dateinamen nutze ich ein festes Muster: Datum in der Form JJJJ-MM-TT, dann das Objektkürzel, dann das Dokument, dann bei Bedarf die Einheit. Also etwa „JJJJ-MM-TT_Steele-Muster12_Rechnung_Dach.pdf“ oder „Protokoll_ETV_Nr07.pdf“. Das Datum vorn sortiert chronologisch, ohne dass jemand nachdenken muss. Umlaute, Leerzeichen und Sonderzeichen lässt Du besser weg — sie machen beim Hochladen und beim Weiterleiten Ärger.

Zwei Dateien gehören zusätzlich in jedes Paket: ein Inhaltsverzeichnis als PDF, in dem jede Datei mit einem Satz beschrieben ist, und eine kurze Notiz über das, was fehlt und warum. Die zweite Datei ist die wichtigere. Ein Käufer, der weiß, dass die Baugenehmigung von vor dem Krieg nicht mehr existiert, ist ruhig. Einer, der es selbst herausfindet, ist es nicht.

Datenraum statt E-Mail-Anhang

Sobald mehr als eine Handvoll Dateien im Spiel ist, ist die E-Mail das falsche Werkzeug. Ein Datenraum — ein zugangsgeschützter Onlineordner — löst gleich mehrere Probleme auf einmal.

  • Ein Stand für alle. Kommt ein neues Protokoll dazu, sehen es alle Interessenten sofort. Bei E-Mails kursieren nach zwei Wochen drei verschiedene Fassungen.
  • Nachvollziehbarkeit. Du siehst, wer wann welche Datei geöffnet hat. Das ist nicht nur Neugier: Wer die Teilungserklärung gelesen hat, ist ein anderer Verhandlungspartner als wer nur die Fotos angeschaut hat.
  • Rücknahme. Ein Zugang lässt sich entziehen, ein Mailanhang nicht. Nach dem Verkauf werden alle Zugänge geschlossen.
  • Größe und Ordnung. Keine Anhangsgrenzen, keine zerrissenen Nachrichten, keine Dateien ohne Kontext.

Wenn Du keinen professionellen Datenraum nutzt, geht es auch mit einem Cloudordner — aber mit drei Bedingungen: Der Link muss ein Ablaufdatum haben, er muss mit einem Passwort geschützt sein, das auf einem anderen Weg übermittelt wird, und er darf niemals öffentlich auffindbar sein. Ein Freigabelink ohne Passwort ist eine Veröffentlichung, auch wenn er lang und kryptisch aussieht.

Was ich nie mache: sensible Unterlagen in einer Messenger-Gruppe teilen oder auf einem USB-Stick weitergeben. Beim Stick weiß niemand, wo er zwei Wochen später liegt.

Wer wann welche Unterlage bekommt

Nicht jeder Interessent braucht alles, und schon gar nicht sofort. Diese Stufung hat sich bewährt und ist zugleich die datenschutzrechtlich saubere Lösung.

StufeWerWas
1jeder InteressentExposé, Grundriss ohne Möblierung, Energieausweis, Baujahr, Flächen, Lage
2nach Besichtigung und ErstgesprächFlurkarte, Teilungserklärung, Wohnflächenberechnung, Wirtschaftsplan, letzte Jahresabrechnung, Sanierungsliste
3nach FinanzierungsbestätigungProtokolle mehrerer Jahre, Handwerkerrechnungen, Versicherungsunterlagen, Mietverträge mit geschwärzten Personendaten, Auskünfte zu Lasten
4Notar und Käufer nach Beurkundungvollständige Originale und ungeschwärzte Akten, soweit für die Erfüllung nötig

Der Energieausweis hat dabei eine eigene gesetzliche Regel: Nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz muss er dem Kaufinteressenten spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden, und nach Abschluss des Kaufvertrags ist er dem Käufer unverzüglich zu übergeben — Original oder Kopie genügt. Dazu Energieausweis in Essen.

Stufe drei setzt voraus, dass Du weißt, mit wem Du es zu tun hast. Wie eine Bonitätsprüfung abläuft, ohne unangenehm zu werden, steht unter Bonität des Käufers prüfen.

Schwärzen: der Fehler, der fast allen passiert

Das schwarze Rechteck über dem Namen ist der Klassiker — und es ist meistens wirkungslos. Wer in einem PDF-Programm ein schwarzes Kästchen über einen Text legt, verdeckt ihn nur optisch. Der Text liegt weiterhin darunter. Er lässt sich markieren, kopieren, durchsuchen und in vielen Programmen einfach wieder freilegen. Genauso wenig hilft es, in einer Textdatei die Schriftfarbe auf Weiß zu setzen.

Richtig geschwärzt ist ein Dokument erst, wenn die Information wirklich weg ist. Es gibt drei zuverlässige Wege:

  • eine echte Schwärzungsfunktion nutzen, die den Inhalt entfernt statt ihn zu überdecken,
  • das PDF nach dem Überdecken in ein Bildformat umwandeln und daraus ein neues PDF erzeugen,
  • die Papierseite mit einem deckenden Stift schwärzen, kopieren und die Kopie scannen — die Kopie, nicht das Original.

Die Prüfung dauert zehn Sekunden: Öffne das fertige PDF, markiere die geschwärzte Stelle und drück auf Kopieren. Kommt Text heraus, hat es nicht funktioniert. Zusätzlich lohnt ein Blick auf die Dateieigenschaften — Autor, Kommentare und Bearbeitungsverlauf sollten leer sein, bevor die Datei nach draußen geht.

Was in der Vermarktungsphase regelmäßig zu schwärzen ist:

DokumentZu schwärzenWas stehen bleibt
MietvertragName, Geburtsdatum, frühere Anschrift, Bankverbindung, Unterschrift, TelefonnummerMiethöhe, Fläche, Mietbeginn, Klauseln, Kaution
Protokoll der EigentümerversammlungNamen und Anteile anderer Eigentümer, Angaben zu Zahlungsrückständen einzelner PersonenBeschlüsse, Beträge, Zustand des Gemeinschaftseigentums
BetriebskostenabrechnungName des Mieters, KontoverbindungKostenarten, Verbräuche, Verteilerschlüssel
VersicherungsunterlagenBankverbindung, KundennummerDeckungsumfang, Versicherungssumme, Selbstbeteiligung
Handwerkerrechnungnichts Zwingendesalles — Betrieb, Leistung, Datum, Betrag

Bei Protokollen gilt eine Besonderheit: Sie sind für einen Wohnungskäufer die wichtigste Quelle über den Zustand des Hauses und die Stimmung in der Gemeinschaft — nur eben nicht wegen der Namen. Was darin zu suchen ist, steht unter Protokolle lesen und für die Beschaffung unter Teilungserklärung beschaffen. Für ein Mietshaus habe ich die Stufen gesondert beschrieben: Mietunterlagen beim Verkauf eines Mietshauses.

Datenschutz in der Praxis des Immobilienverkaufs

Die Datenschutz-Grundverordnung klingt nach Konzernthema, trifft aber jeden privaten Verkäufer, der Unterlagen mit Namen Dritter weitergibt. Vier Grundsätze reichen für den Alltag.

  • Datenminimierung. Weitergegeben wird, was für den Zweck erforderlich ist. Ein Kaufinteressent muss die Miethöhe kennen, nicht den Namen des Mieters.
  • Zweckbindung. Daten, die Du zur Abwicklung des Verkaufs bekommst, gehören nicht in einen Newsletter und nicht in eine Interessentenliste für das nächste Objekt.
  • Sicherheit. Zugangsschutz, Passwörter, verschlüsselte Übertragung. Ein offener Freigabelink erfüllt das nicht.
  • Löschen. Was nach dem Verkauf niemand mehr braucht, wird gelöscht — Interessentendaten, Finanzierungsnachweise abgesprungener Bewerber, Ausweiskopien. Für die eigenen Objektunterlagen gelten dagegen die Aufbewahrungsfristen weiter unten.

Zwei Punkte aus der Praxis kommen erfahrungsgemäß immer wieder auf. Erstens Ausweiskopien: Der Notar braucht die Ausweisdaten, Du als Verkäufer brauchst keine Kopie des Käuferausweises im eigenen Ordner. Zweitens Fotos: Auf Bildern für das Exposé haben persönliche Gegenstände, Fotos an der Wand, Namensschilder an der Klingel und Kennzeichen von Autos nichts verloren. Bei bewohnten Wohnungen ist die Absprache mit dem Mieter Pflicht — er muss Fotos aus seiner Wohnung nicht dulden.

Originale bleiben Originale

Digitalisieren heißt kopieren, nicht ersetzen. Für die Beurkundung und die Eintragung im Grundbuch reicht ein Scan an entscheidenden Stellen nicht.

Der Grund steht in § 29 GBO: Eine Eintragung soll nur vorgenommen werden, wenn die Eintragungsbewilligung und die sonstigen erforderlichen Erklärungen durch öffentliche oder öffentlich beglaubigte Urkunden nachgewiesen werden. Ein PDF ist keine solche Urkunde. Das Grundbuchamt beim Amtsgericht Essen an der Zweigertstraße 52 arbeitet mit Urschriften, Ausfertigungen und beglaubigten Abschriften, die der Notar übermittelt.

UnterlageWie sie gebraucht wird
Löschungsbewilligung der Bankim Original in grundbuchtauglicher Form; ein Scan genügt für die Vorabprüfung, nicht für die Löschung
Vollmachtenöffentlich beglaubigt, bei Auslandsbezug oft mit Apostille; Kopien genügen nicht
Erbschein oder notarielles Testament mit Eröffnungsprotokollim Original beziehungsweise als Ausfertigung, für die Grundbuchberichtigung nach § 35 GBO
Grundbuchauszugder Notar ruft ihn selbst elektronisch ab; Dein Auszug dient nur der Vorbereitung
Teilungserklärungzur Prüfung genügt die Kopie; maßgeblich ist die beim Grundbuchamt hinterlegte Fassung mit allen Nachträgen
EnergieausweisOriginal oder Kopie — beides erfüllt die Vorlage- und Übergabepflicht
Bürgschaftsurkunde für eine Mietkautionim Original an den Erwerber, sonst ist die Sicherheit wertlos

Praktisch heißt das: Scanne alles, gib die Kopien früh heraus, und lege die Originale getrennt an einen Ort, an dem sie trocken und auffindbar sind. Zum Notartermin nimmst Du die Originale mit, die dort gebraucht werden — was das im Einzelnen ist, steht unter Notartermin und Ablauf.

Aufbewahrung nach dem Verkauf

Mit der Schlüsselübergabe ist das Thema nicht erledigt. Es gibt gute Gründe, bestimmte Unterlagen noch lange zu behalten — und andere sofort zu löschen.

UnterlageWie langeWarum
Kaufvertrag, Grundbuchauszug, Abrechnung des NotarsdauerhaftNachweis von Eigentum, Kaufpreis und Nebenkosten für Steuer und Erbfall
Handwerkerrechnungen und Sanierungsbelegemindestens bis zum Ablauf aller SteuerfristenGrundlage für die Berechnung eines Veräußerungsgewinns; Rückfragen des Finanzamts kommen spät
Belege zu Anschaffung und Herstellungskostendauerhaft, wenn möglichbei späteren Rückfragen oder einem Rückerwerb nicht rekonstruierbar
Mietunterlagen des verkauften Objektsbis alle Ansprüche verjährt sindNachhaftung für die Kaution und Bürgenhaftung enden nicht mit dem Verkauf
Versicherungsunterlagen und Schadenverlaufeinige JahreRückfragen zur Prämienabrechnung der laufenden Periode
Daten abgesprungener Interessentenlöschender Zweck ist entfallen; Finanzierungsnachweise und Ausweisdaten gehören nicht ins Archiv

Für das eigene Archiv gilt dasselbe wie für den Datenraum: verschlüsselt, mit Passwort, und mit einer zweiten Kopie an einem anderen Ort. Eine einzige Festplatte ist kein Archiv, sondern ein Risiko. Und wenn Du in Kettwig oder Steele verkaufst und die Papierakte im Keller lagerst: Ein Wasserschaden vernichtet in einer Nacht, was Du über zwanzig Jahre gesammelt hast. Der Scan ist deshalb nicht nur ein Verkaufswerkzeug, sondern Deine Versicherung gegen den eigenen Keller.

Wie Du die Sanierungsbelege dafür aufbereitest, steht unter Sanierungsnachweise und Handwerkerrechnungen sammeln, und was zu den Policen gehört, unter Versicherungsunterlagen beim Verkauf.

Fazit

Digitalisieren ist kein Selbstzweck, sondern Tempo: Wer eine saubere PDF-Mappe hat, beantwortet die Fragen der finanzierenden Bank in Stunden statt in Wochen. Text scannst Du mit 300 dpi und Texterkennung, Pläne und Aufteilungspläne mit 400 bis 600 dpi in Farbe, und aus jedem Dokument wird genau eine Datei mit allen Seiten. Die Weitergabe läuft über einen zugangsgeschützten Datenraum in Stufen, nicht über E-Mail-Anhänge an jeden Anfragenden. Geschwärzt wird richtig, also so, dass der Text wirklich entfernt ist — das schwarze Rechteck im Anzeigeprogramm ist keine Schwärzung. Und Originale bleiben Originale: Löschungsbewilligung, Vollmachten und Erbnachweise braucht das Grundbuchamt nach § 29 GBO in Urkundenform, ein Scan reicht dort nie.

Häufige Fragen

Mit welcher Auflösung soll ich Unterlagen für den Hausverkauf scannen?

Textseiten mit 300 dpi in Graustufen, Pläne, Flurkarten und Aufteilungspläne mit 400 bis 600 dpi in Farbe; immer mit Texterkennung, damit das PDF durchsuchbar ist.

Reichen Handyfotos von Dokumenten aus?

Nur als Notlösung — besser ist eine Scan-App, die Blattkanten erkennt, die Perspektive entzerrt und mehrere Seiten in ein PDF legt; rohe Fotos sind schief, riesig und nicht durchsuchbar.

Wie sollten die Dateien heißen?

Nach einem festen Muster mit Datum in der Form JJJJ-MM-TT, Objektkürzel und Dokumentbezeichnung, ohne Umlaute, Leerzeichen und Sonderzeichen — dann sortiert sich alles von selbst.

Warum soll ich einen Datenraum statt E-Mail nutzen?

Weil alle denselben Stand sehen, Du nachvollziehen kannst, wer was geöffnet hat, Zugänge sich wieder entziehen lassen und keine Anhangsgrenzen die Unterlagen zerreißen.

Ist ein Cloud-Freigabelink eine sichere Lösung?

Nur mit Passwort, das über einen anderen Weg übermittelt wird, und mit Ablaufdatum; ein offener Link ist trotz kryptischer Adresse faktisch eine Veröffentlichung.

Reicht ein schwarzes Rechteck über dem Namen im PDF?

Nein, das verdeckt den Text nur optisch — er lässt sich markieren, kopieren und oft wieder freilegen; nutze eine echte Schwärzungsfunktion oder wandle die Seite in ein Bild um.

Welche Angaben muss ich in Mietverträgen schwärzen?

Namen, Geburtsdaten, frühere Anschriften, Bankverbindungen, Telefonnummern und Unterschriften; Miethöhe, Fläche, Mietbeginn, Kaution und Klauseln bleiben stehen, weil der Käufer sie braucht.

Darf ich einem Interessenten alle Unterlagen sofort geben?

Besser nicht: Gib in Stufen frei — Exposédaten für alle, Objektunterlagen nach der Besichtigung, sensible Akten erst nach einer Finanzierungsbestätigung, vollständige Originale erst an den Käufer.

Muss ich Unterlagen im Original zum Notar mitbringen?

Ja, für alles, was ins Grundbuch führt: Löschungsbewilligung, beglaubigte Vollmachten und Erbnachweise verlangt § 29 GBO in Urkundenform, ein Scan genügt dort nur zur Vorabprüfung.

Genügt beim Energieausweis eine Kopie?

Ja, das Gebäudemodernisierungsgesetz lässt Original oder Kopie zu — vorzulegen ist er spätestens bei der Besichtigung, zu übergeben unverzüglich nach Abschluss des Kaufvertrags.

Wie lange soll ich Unterlagen nach dem Verkauf aufbewahren?

Kaufvertrag und Belege zu Anschaffungs- und Herstellungskosten dauerhaft, Sanierungsbelege bis zum Ablauf aller Steuerfristen, Mietunterlagen bis zur Verjährung aller Ansprüche; Daten abgesprungener Interessenten löschst Du dagegen.

Darf ich Fotos aus einer vermieteten Wohnung ins Exposé stellen?

Nur mit Zustimmung des Mieters, und auch dann ohne persönliche Gegenstände, Familienfotos, Namensschilder und Kennzeichen — er muss Aufnahmen aus seiner Wohnung nicht dulden.

Wer dir das hier schreibt

Auszeichnung FOCUS TOP Immobilienmakler für GOTTSCHLING Immobilien
Als TOP-Immobilienmakler ausgezeichnet – unter anderem von FOCUS
  • Ausgezeichnet von CHIP, FOCUS, Properbird und dem Capital Makler-Kompass als Top-Immobilienmakler.
  • Über 400 Immobilienverkäufe, mehr als 1.000 Vermietungen und rund 4.000 verwaltete Wohneinheiten im Ruhrgebiet.
  • Über 20 Jahre in Essen – inhabergeführt, keine Filiale einer Kette.
  • Eigenes Handwerkernetz für Entrümpelung, Maler, Boden, Fliesen, Bad, Elektrik, Dach und Dämmung.

Alle Auszeichnungen findest du im Makler-Portfolio.

Du überlegst zu verkaufen und willst keine bösen Überraschungen? Ich rechne dir den Verkauf vorher durch – Preis, Kosten, Steuer, Zeitplan. Kostenlose Bewertung anfordern.

Christian Gottschling mit dem Team von GOTTSCHLING Immobilien in Essen
Christian Gottschling und das Team von GOTTSCHLING Immobilien

Christian Gottschling
Geschäftsführer der GOTTSCHLING Immobilien GmbH in Essen. Über 400 Immobilienverkäufe, mehr als 1.000 Vermietungen und rund 4.000 verwaltete Wohneinheiten im Ruhrgebiet, dazu ein eigenes Handwerkernetz für alle Gewerke.

Weiterlesen: Immobilie verkaufen in Essen: der Wegweiser · Haus verkaufen in Essen

Zuletzt geprüft am 4. September 2026. Rechtsgrundlagen: §§ 95, 96, 97 VVG, §§ 550, 551, 556, 558, 559, 566, 566a, 566c, 566e, 577a, 578, 634a BGB, § 6 Abs. 1 Nr. 1a und § 35a EStG, §§ 14, 14b UStG, § 29 GBO, §§ 60a, 60b, 80 GModG, § 89 WHG, § 39 AwSV mit Anlage 5, §§ 4, 14, 14a, 19 SchfHwG, Datenschutz-Grundverordnung. Zuständigkeiten: Amtsgericht Essen als Grundbuchamt. Dies ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Im Einzelfall entscheiden Notar, Rechtsanwalt oder Steuerberater.